Semper fidelis …

Wie ich schon erwähnt hatte, schenkte mir Zoe einen Wurf von 11 kleinen Rackern. Die erst Geborene habe ich behalten, Aida.

Zoe mit ihren 11 Rakern

Zoe mit ihren 11 Rakern

 

2004 bin ich mit Zoe und Aida ins Oberallgäu gezogen. Ich hatte das Bedürfnis  bzw. das Gefühl mehr Ruhe und Natur zu leben bzw. erleben zu können. Frankfurt war mir zu unruhig, dachte ich.

In Oberstaufen angekommen habe ich mich auch direkt um einen „Schrauber“ Job bemüht. Michael Hofmann, Geschäftsführer von Hofmann Reifen & Bikes hat mir auch gleich eine Chance gegeben, die ich auch nutzen konnte. Endlich wieder mit Freude Geld verdienen! In Frankfurt war ich einige Jahre leitender Angestellter, was mich sehr erfüllt hat. Aber ich bin kein Mensch, der auf Dauer dafür gemacht ist. Außerdem waren die Hunde nicht gut ausgelastet. In Oberstaufen hatte sich das sofort geändert.

Leider war das Gefühl von Glück und Zufriedenheit nur von kurzer Dauer. An den dem Tag, wo ich mit der Probezeit fertig war und Michael mir den Arbeitsvertrag vorlegte, klingelte das Telefon. Meine Hausärztin:“ Hr. Wachsen bitte kommen Sie umgehend in meine Praxis!“. 10 Tage zuvor hatte ich mir eine Zyste im Hals enfernen lassen. Also bin ich der Aufforderung nach gekommen. Ende vom Lied, papiläres Schilddrüsen Karzinom T4 a/b N1 und der Arbeitsvertrag war hinfällig.

Da der Krebs weit fortgeschritten war und sich im Hals und Oberkörper schon ausgebreitet hatte, war auch die Prognose nicht gut. Ich habe mich gefragt, für was, wen und warum sollte ich den Kampf aufnehmen, was sind meine Ziele, lohnt es noch und halte ich durch?

Für wen / was… Meine Tochter und meine Hunde

Warum… Ich kann meine Hunde nicht im Stich lassen.

Ich muss durch halten, weil ich nicht will, daß meine kleine (damals) Tochter und meine Hunde ohne mich sind. Die Hunde sind auf mich angewiesen. Der Gedanke die Hunde würden im Tierheim landen und meine Tochter nie die Gelegenheit bekommen würde ihren Vater kennenzulernen hat mich motiviert Alles zu tun um den Krebs zu besiegen. Heute bin ich wieder in dieser Situation, aber das ist eine andere Geschichte.

Der pragmatische Andy war gefragt, wenn ich das schaffen wollte. Ein Schritt nach dem anderen. Mal ein Op hier, mal eine Radio Jod Therapie da. Von Behandlung zu Behandlung denken und schauen wie ich die Hunde jedesmal für 3-4 Tage unterbringen kann.

Nach jedem Krankenhaus Aufenthalt war das Schönste, die Hunde wieder zu bekommen und mit Ihnen erstmal eine große Runde spazieren zu gehen. Die Freude der Tiere beim Wiedersehen hatte mich sofort die letzten Tage vergessen lassen. Die Treue eines Hundes ist einer der schönsten Geschenke der Natur, aber man muss es auch erwiedern.

Damals hatte ich eine großes Kickboard von K2. Immer wenn ich wohin musste, haben die Hunde mich dorthingezogen. Sie waren und sind immer treu… Und ich ihnen! Unsere Leben war wunderschön trotz der Krebserkrankung. Allein wenn ich an die Nachttouren im Winter über die gefrorenen Loipen denke, bekomme ich noch heute ein Gänsehaut. Bei Neumond einfach nur unglaublich beeindruckend, wenn der Mond sich im gefrorenen Schnee reflektiert und es im Prinzip fast taghell ist oder es so schneit das man nichts mehr sieht und sich nur noch an der Loipe orientieren kann.

Meine Hunde haben mir geholfen dies Alles durchzustehen. Einfach weil Sie für mich da waren. Aus den Touren mit den Hunden durch die Berge und der wunderschönen Natur von Oberstaufen und Umgebung  habe ich meine Kraft bezogen um den Krebs zu besiegen. Hunde – Natur – Treue… Dies war mein Mittel mich durchzubeißen.

Es ist Mittwoch und das Telefon klingelt, die Klinik, ich habe es geschafft! Tumor frei! Keine Metastasen mehr! Donnerstag, Zoe begrüßt Hanko und Daniel, zwei gute Freunde von mir, dreht sich um, legt sich in die Ecke und stirb. Sie war selber schwer an einer Bauchspeicheldrüsen Erkrankung erkrankt. Zufall? Ich glaube nicht…?!? Semper fidelis… Für immer treu!